Um beinahe drei Prozent ist der Stromverbrauch in den ersten Monaten des Jahres 2010 gegenüber dem Vorjahr gestiegen, der Gasverbrauch gar um ganze sieben Prozent. Dies ist die erste Steigerung in Energiebereich seit 16 Monaten, also seit Beginn der Wirtschaftskrise.
In diesen Zahlen sehen einige Experten eine Besserung der Wirtschaft, beziehungsweise ein näher rückendes Ende der Wirtschaftskrise. Außer der angestiegenen Konjunktur sei auch der lange Winter am stark gestiegenen Gaspreis „schuld“, jedoch sehe man deutlich, dass es wirtschaftlich wieder bergauf gehe.
Absatz 2009 gesunken
Im Jahr 2009 sank der Absatz im Strom- und Gasbereich um ganze sechs Prozent aufgrund der Wirtschaftskrise. Dass die Stahl- und die chemische Industrie infolge der Krise weniger ausgelastet war, sei einer der Hauptgründe für den gesunkenen Energieverbrauch im Jahr 2009. Kein Wunder wenn man bedenkt, dass die Industrie rund 45 Prozent des gesamten Energieverbrauchs in Deutschland ausmacht. Im Jahr 2009 sank der Energiebedarf der Industrie um ganze elf Prozent was sich natürlich auch in Umsatzverlusten bei den Energiekonzernen bemerkbar machte.
Zuletzt hatten die rund 1100 Stromanbieter in Deutschland in den Jahren 1992/93 mit vergleichbaren Verlusten zu kämpfen, damals war der Wegfall der ostdeutschen Industrie daran schuld. Durch den Anstieg im ersten Quartal 2010 beflügelt, plant die deutsche Energiewirtschaft für das restliche Jahr 2010 Investitionen in Höhe von beinahe 14 Milliarden Euro. Davon sollen rund sechs Milliarden in den Ausbau von bestehenden Kraftwerken fließen, die restlichen acht Milliarden sollen in die Erneuerung und Verbesserung der Gas- und Stromnetze investiert werden. Außerdem planen die Energiekonzerne in den nächsten sieben Jahren rund 60 große Projekte, die meisten davon in den Bereichen Bau, Ausbau und Erneuerung von bestehenden Kraftwerken. Dafür sollen bis 2017 beinahe 45 Milliarden Euro investiert werden.
Förderung erneuerbarer Energien
Wie viel davon in den Ausbau alternativer Energien gehen soll ist noch nicht bekannt, leider sanken auch die Investitionen in diesem Bereich aufgrund der Finanzkrise stark. Dabei gäbe es eine Reihe von alternativen Möglichkeiten die im Moment getestet werden, die schottische Regierung plant beispielsweise den Ausbau von Gezeitenkraftwerken. Diese noch relativ neue Technik sieht sehr vielversrpechend aus, so sind zehn Gezeitenkraftwerke so leistungsfähig wie ein Atomkraftwerk und das ohne die Umwelt stark zu belasten und ohne die Gefahr eines atomaren Unfalls. Würde man die Energiegewinnung aus dem Meer weltweit erhöhen, könnten schon alleine damit 13 Prozent des weltweiten Energiebedarfs gedeckt werden. Doch bis jetzt gibt es in diesem Bereich keine Pläne aus dem Umweltministerium oder von seiten der Energiekonzerne, es bleibt zu hoffen, dass auch außerhalb Großbritanniens die Förderung alternativer Energien wieder verstärkt betrieben wird.