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Strom aus Kuhmist?

Was sich wie ein schlechter Aprilscherz anhört ist eine brandneue Entwicklung mit deren Hilfe aus dem Verdauungsabfall von Kühen Strom gewonnen wird. Das Konzept entwickelt und vorgestellt haben US-Forscher des HP Konzerns, vorgestellt wurde das ganze am 18. Mai 2010 in Phoenix, Arizona. Dort findet im Moment ein Kongress des US amerikanischen Ingenieursverbands AMSE statt. Das Konzept, aus Kuhmist Strom zu produzieren sorgte nicht nur bei den amerikanischen Ingenieuren für Wirbel, die Nachricht kursierte innerhalb von Stunden um dem gesamten Globus.

Das Konzept selbst funktioniert folgendermaßen:

Der Kuhmist selbst wird in einer Biogasanlage vergoren, das daraus entstehende Methan wird anschließend verbrannt wodurch ein Generator angetrieben wird der wiederum Strom erzeugt. In Kürze soll damit ein Rechenzentrum von HP probeweise mit Strom versorgt werden. Die Abgasanlage des Rechenzentrums wird wiederum genutzt um die Biogasanlage mit der benötigten Wärme im Bereich von 40 bis 60 Grad zu versorgen. Kalkuliert man das Ganze einmal durch, versteht man schnell, dass die Idee nicht auf Mist gewachsen ist wie man vielleicht im ersten Moment glauben könnte. Eine durchschnittliche Kuh „produziert“ rund 55 kg Mist am Tag, mit diesen 55 kg Mist lassen sich 3 Kilowattstunden Strom erzeugen, eine in den USA typische Großfarm mit 10.000 Kühen produziere so genug Strom um das Rechenzentrum mit dem benötigten einen Megawatt Strom zu versorgen.

In den USA gibt es unzählige Großfarmen mit mindestens 10.000 Kühen, einige Testläufe gab es schon, alle verliefen zufriedenstellend. Der Chefentwickler des Konzepts, C. Patel schlägt deshalb vor das HP und andere Unternehmen ihre Standorte künftig in der Nähe von Rindergroßfarmen bauen sollten. Rechenzentrum benötigen mit einem Megawatt Strom soviel Energie wie eine kleine Stadt, HP ist daher nicht der erste Konzern der auf der Suche nach alternativen Energien zum Betrieb seiner Anlagen ist. So ist bei Google und Ebay die Bloom Box im Einsatz und Google hat außerdem Patent auf ein schwimmendes Rechenzentrum angelegt das mithilfe von Wellenbewegungen den benötigten Strom selbst erzeugt. Das ganze Off-shore Rechenzentrum von Google ist abgeriegelt wie die Area 51, Zutritt haben die Mitarbeiter nur mittels spezieller Ausweishüllen – Google fürchtet wohl, dass Produktpiraten das Konzept „Strom durch Wellenbewegungen“ klauen könnten.

Das Konzept der HP Forscher könnte möglicherweise in Zukunft das Bild der umweltverschmutzenden Kuh wieder beschönigen und außerdem den alternativen Energien weiteren Auftrieb verleihen. Wer weiß, vielleicht produzieren deutsche Milchbauern in Zukunft ihren eigenen Strom mithilfe von Kuhmist? Dann könnten die Bauern auf ihr Namensschild neben „Landwirt“ auch noch die Bezeichnung „Stromproduzent“ setzen.

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