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Ungleichheit auf dem Strommarkt

Auch mehr als 20 Jahre nach der deutschen Wiedervereinigung herrschen in Deutschland noch lange nicht in allen Bereichen einheitliche Bedingungen. So verdienen auch im Jahr 2010 Arbeitnehmer in Ostdeutschland bei gleicher Tätigkeit weniger als ihre westdeutschen Kollegen. Auch bei den Strompreisen gibt es nach wie vor große Preisunterschiede zwischen Ost- und Westdeutschland. Das geht aus einer aktuellen Studie hervor, die ein deutsches Stromvergleichsportal kürzlich veröffentlicht hat.

Das Portal zum Stromvergleich hat die aktuellen Strompreise der Grundversorger in der Bundesrepublik analysiert und darüber hinaus ermittelt, bei welchen Anbietern sich die Preise zum Juni und Juli dieses Jahres verändern werden. Die Ergebnisse der Untersuchung zeigen sehr deutlich, dass auf dem deutschen Strommarkt noch keine Einheit herrscht. Bis zu 46 Prozent höher als in Westdeutschland sind die Strompreise im Osten der Republik. Auch im Durchschnitt sind die Preise für Strom in den neuen Bundesländern höher als in den alten. Der derzeit teuerste Energieversorger ist die TW Delitzsch in Sachsen. Bei diesem Anbieter zahlt ein Haushalt mit durchschnittlichem Stromverbrauch bis zu 453 Euro pro Jahr mehr, als Kunden des bayerischen Anbieters GW Stockstadt, welcher aus dem Stromvergleich als günstigster Anbieter hervorgegangen ist.

Zudem hat der Strompreisvergleich ergeben, dass die Verbraucher in den Großstädten Deutschlands besonders gut weg kommen. Beispielsweise in Berlin, Hamburg, Bremen, Hannover, Frankfurt am Main, Nürnberg und München zahlt man weniger für Strom, als in kleineren Städten oder auf dem Land. In den alten Bundesländern beläuft sich der durchschnittliche Preis für 5.000 Kilowattstunden Strom auf 1.180 Euro. In den neuen Bundesländern bezahlen die Verbraucher im Schnitt 1.261 Euro für die gleiche Menge Strom. Demnach bezahlen Ostdeutsche rund sieben Prozent mehr für Energie als Westdeutsche. Insgesamt 30 deutsche Grundversorger haben angekündigt, dass sie ihre Energiepreise im Juni oder Juli diesen Jahres erhöhen wollen. Im schlechtesten Fall werden die Preise um bis zu 16 Prozent steigen, im Schnitt werden sie sich um 5,6 Prozent erhöhen. Ihre Gaspreise wollen insgesamt 19 deutsche Versorger anheben. Sie werden um bis zu 29 Prozent ansteigen, im Schnitt erhöhen sie sich um elf Prozent.

Auf einen Haushalt mit durchschnittlichem Verbrauch kommen aufgrund der Preissteigerungen finanzielle Mehrbelastungen von bis zu 330 Euro im Jahr zu. Das ärgert derzeit viele Verbraucher. Preissenkungen hat im Juni und Juli  2010 hingegen keiner der Grundversorger geplant. Verbraucher, die sich über den erneuten Anstieg der Strompreise ärgern, sollten über einen Wechsel ihres Versorgers nachdenken. Den Strompreisvergleich erheblich erleichtern kann sich, wer das Internet zu Rate zieht. Im World Wide Web existieren sogenannte Tarifrechner, mit denen der individuell günstigste Tarif bestimmt werden kann.

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