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EU-Untersuchung: Wie sicher sind Kernkraftwerke?

Wie sicher sind europäische Kernkraftwerke, wenn sie länger als die vorab kalkulierte Betriebszeit von 40 Jahren in Betrieb bleiben? Kann sichergestellt werden, dass die Reaktordruckbehälter auch nach langfristiger Bestrahlung mit Neutronen standhalten? Vor dem Hintergrund der aktuellen Debatte um eine von der Bundesregierung in Erwägung gezogene Verlängerung der Laufzeit deutscher Kraftwerke gewinnen diese Fragen in Deutschland derzeit zentrale Bedeutung. Im Rahmen eines EU-Projektes wird derzeit die Sicherheit europäischer Kernkraftwerke untersucht.

Insgesamt 16 Forscher aus neun verschiedenen Ländern arbeiten derzeit an dem Projekt „Longlife“. Das vom Forschungszentrum Dresden geleitete Projekt wird von der Europäischen Union mit einem Etat von 2,7 Millionen Euro gefördert.

Sicherheitsrisiken im Notfallbetrieb

Bereits untersucht hat das 16-köpfige Forscherteam Materialproben aus dem bereits stillgelegten Atomkraftwerk in Greifwald. Der Reaktor war zwar nicht einmal 20 Jahre lang am Netz, bietet jedoch geeignetes Material für die Altersforschung. Anhand der Untersuchung dieses Reaktors konnten die Forscher feststellen, welche Faktoren für die Sicherheit in den heute noch betriebenen, beinahe 40-jährigen Reaktoren eine zentrale Rolle spielen: ein intakter Kühlkreislauf sowie der Reaktordruckbehälter. Im Laufe der Jahre versprödet die Stahllegierung des Behälters dadurch, dass die Neutronen winzige Löcher in die Struktur der Behälterwand fressen. Dies stellt im normalen Reaktorbetrieb kein Problem dar. Muss jedoch Notkühlwasser in den Behälter eingelassen werden, dann entstehen aufgrund des Temperaturunterschieds thermische Spannungen. Durch einen derartigen Druck könnte der Behälter zerstört werden.

Debatte um Laufzeitverlängerung

Derzeit sind innerhalb von Europa insgesamt 196 Kernreaktoren in Betrieb. Gegenwärtig schlussfolgern die Forscher, dass eine 40-jährige Laufzeit für Kernreaktoren technisch im Bereich des Möglichen liegen. In der Bundesrepublik wird derzeit über die Verzögerung des Atomausstiegs debattiert. Im September will der Bund bekannt geben, ob wie geplant bis 2020 alle deutschen Kraftwerke stillgelegt werden oder ob die Laufzeiten einiger Kraftwerke verlängert werden.

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