Energieeffizienz von Haushaltsgeräten
Lohnt sich der Kauf neuer Haushaltsgeräte, beispielsweise einer neuen Waschmaschine? Oder ist das Erbstück aus dem Jahr 1985 noch „gut genug“? Sind neue Waschmaschinen im Bezug auf Strom- und Wasserverbrauch so effizient, dass man den Kaufpreis bald wieder raus hat, oder nimmt sich das nicht viel gegenüber einem 10 Jahre alten Gerät?
Fakt ist, dass seit 1994 diverse elektrische Geräte ihre Energieeffizienz in Form des Eurolabels angeben müssen. Die Grundlage dieser Einstufungen sind Richtlinien der EU, die den Kunden ermöglichen sollten, die Qualität eines Gerätes auf einen Blick zu erkennen, ohne auf technische Details und Spezifikationen eingehen zu müssen. Ferner sollte dadurch der Verkauf und die Entwicklung sparsamer Hausgeräte gefördert werden. Das Eurolabel ist von A bis G gestaffelt, und zu den auszuweisenden Geräten gehören:
- Elektrobacköfen
- Geschirrspüler
- Kühl- und Gefriergeräte
- Leuchtmittel
- Wäschetrockner
- Waschtrockner
- Waschmaschinen
- Raumklimageräte
Wie wird die Energieeffizienz angegeben?
Hersteller von Waschmaschinen müssen seitdem also den Energieverbrauch, die Waschqualität sowie die Trockenqualität der Geräte angeben. Im Bezug auf den Energieverbrauch heißt das beispielsweise: A ist das Optimum, pro Kilogramm Trockenwäsche werden bei einem Waschgang Baumwolle bei 60° bis 0,19 Kilowattstunden verbraucht. Eine Maschine der Einstufung B verbraucht für den gleichen Waschgang pro Kilogramm 0,19 bis 0,23 Kilowattstunden, C entspricht 0,23 bis 0,27 Kilowattstunden, und so weiter bis G. Mit der Zeit wurden die Geräte immer sparsamer, sodass heute kaum noch Geräte mit schlechterer Klassifizierung als B zu erwerben sind, und die Klassen um A+ und A++ erweitert wurden. Ein Haushaltsgerät mit bester Energieeffizienz der Klasse A++ verbraucht etwa 45 Prozent weniger Strom als ein Gerät der Klasse A.
Somit wird bei der Neuanschaffung einer Waschmaschine eine Hilfestellung gegeben, welche empfehlenswert ist und welche eher weniger. Doch wie sieht es aus, wenn man bereits ein funktionsfähiges Gerät besitzt, dieses jedoch 10 Jahre alt ist? Lohnt sich dann ein Austausch?
Das Institut für Haushaltstechnik in Bonn machte den Test und verglich Waschmaschinen der 70er, 80er und 90er Jahre mit einer Waschmaschine aus dem Jahr 2003. Dabei wurde festgestellt, dass die alten Maschinen zwar waschen, aber längst nicht so gut wie neue, und dazu wesentlich mehr Strom und mehr Wasser verbrauchen. Die Waschmaschine aus den 70ern verbrauchte je Waschgang bis zu 200 Liter Wasser, die beiden Geräte aus den 80ern und 90er verbrauchten immernoch über 100 Liter, wobei Maschinen neueren Baujahrs im Schnitt nur 40 bis 50 Liter pro Waschgang verbrauchen. Generell ist beim Wasserverbrauch auch die Ladekapazität zu beachten. Ein Gerät, das 40 L Wasser für ein Fassungsvermögen von 4 kg verbraucht, sieht im Vergleich zu einem 6-kg-Gerät mit 50 Litern Verbrauch ebenso schlecht aus. Auch im Stromverbrauch schnitten die alten Geräte schlecht ab. Die älteste der getesteten Maschinen verbraucht mehr als doppelt so viel Strom wie die neueste Waschmaschine. In drei Jahren kommt man so auf einen Unterschied von 600 Euro.
Fazit: Generell kann gesagt werden, dass bei Waschmaschinen, die älter als 15 Jahre sind, ein Neukauf allemal finanziell lohnt, und nebenbei tut man auch etwas für die Umwelt, denn weniger Verbrauch ist gleichzusetzen mit weniger Umweltauswirkungen.
