Stromspartipps
Jeder möchte heutzutage Schnäppchen machen, jeden möglichen Rabatt mitnehmen und dabei auch Geld sparen bei gleichbleibender Qualität.
Das ist aber nicht immer möglich, denn billig heißt nicht immer auch gute Qualität. Bei Strom sieht das allerdings anders aus. Denn hier gibt es keine Qualitätsunterschiede bei dem Produkt an sich, sondern nur bei dem gebotenen Service und den Stromquellen, und da wird Ihnen heutzutage guter Strom auch schon zu sehr günstigen Konditionen angeboten.
Wo kann man sparen?
Allerdings hat Geld sparen beim Stromverbrauch nicht nur unbedingt etwas mit dem Anbieter und den Strompreisen selber zu tun, sondern auch damit, wie wir den vorhandenen Strom nutzen. Denn in den Jahren von 1990 bis 2004 ist der prozentuale Anteil des Strombedarfs von Fernsehen, Klimaanlage und Computern vom Gesamtenergieverbrauch in Privathaushalten von 15 Prozent auf 20 Prozent gestiegen, wobei der Strombedarf von Waschmaschinen und Kühlschränken, nicht zuletzt wegen der neuen energiesparenden Geräte, mit den Jahren zurückgegangen ist. Trotzdem ist der Gesamtbedarf in Privathaushalten insgesamt durch die massenweise Nutzung von Elektrogeräten sehr angestiegen.
Ein normaler Single-Haushalt hat im Jahre 2006 rund 2.000 Kilowattstunden verbraucht, ein zwei Personen Haushalt rund 3.100 Kilowattstunden. Ein Drei-Personen-Haushalt, sei es mit Kind oder eine WG, hat im Durchschnitt 3.900 Kilowattstunden verbraucht, und ein Vier-Personen-Haushalt schlägt mit 4.500 Kilowattstunden zu Buche. Gemessen wird der Stromverbrauch normalerweise mit Ein-Tarif-Zählern. Wenn Sie Ihren hauptsächlichen Strombedarf jedoch über eine Nachtspeicherheizung beziehen, würde sich ein Zwei-Tarif-Zähler lohnen, da Sie dann den günstigen Nachtstrom nutzen können.
Wichtig ist aber, dass Sie auf den Verbrauch ihrer Geräte achten. Um unerwünschte Stromfresser in Ihrem Haushalt herauszufinden und gegebenenfalls durch effizientere Geräte mit einem geringeren Verbrauch zu ersetzen, können Sie sich an verschiedenen Stellen kostenlos ein Strommessgerät ausleihen, welches den Strombedarf ihrer verschiedenen Geräte messen kann. Statistisch gesehen liegt der Hauptbedarf an Strom in einem privaten Haushalt mit 15,8 Prozent bei Kühlschrank und Gefriertruhe, dich gefolgt mit 12,2 Prozent für Computer und Kommunikation, danach kommen dann in etwa auf gleichen Plätzen die Beleuchtung, Fernsehen und Radio sowie Warmwasser. Kochen, Spülen und Waschen und Sonstiges verbraucht im Gegensatz dazu gar nicht so viel Strom. Darum ist es wichtig, dass Sie bei den Hauptverbrauchern auf die Energieeffizienz achten, und beispielsweise Steckleisten nehmen, die sie bei Bedarf einfach komplett ausmachen können, damit im Stand By Modus nicht auch noch zusätzliche Energie verbraucht wird. Denn man muss es einfach so sehen, diese Leerlaufverluste belaufen sich jährlich auf rund 17 Milliarden Kilowattstunden pro Jahr, was umgerechnet einem Betrag von 3,3 Miiliarden Euro entspricht, die auf die einzelnen deutschen Privathaushalte umgelegt durchaus eingespart werden könnten.
Aufgrund des gestiegenen Energieverbrauchs werden immer mehr Rufe laut nach günstigeren Energiepreisen, und jeder versucht den günstigsten Stromanbieter bei sich vor Ort zu finden. Das ist natürlich auch gut und richtig, aber Billigstrom heißt nicht immer auch ökologischer Strom. Denn der günstigste Strom kommt immer noch aus den Kraftwerken, d.h. der Strommix von sehr günstigen Stromanbietern wird auch immer einen relativ hohen Anteil an Kernenergie haben. Mit einem Preis von 40 – 50 Cent pro Kilowattstunde ist der über Photovoltaik gewonnene Solarstrom der teuerste Ökostrom derzeit, Energie aus Windkraft liegt bei nur 6 bis 8 Cent pro Kilowattstunde, und Strom aus Wasserkraft ist sogar noch günstiger. Und da diese Mehrkosten zur Zeit noch aufgrund des EEG (Erneuerbare Energien Gesetz) auf alle Bürger Deutschlands gleichmäßig verteilt werden, könnten Sie das, was Sie mithilfe eines bewussten Energieverbrauchs einsparen, ruhig für einen günstigen Ökostromtarif eines Anbieters Ihrer Wahl verwenden, und damit auch noch etwas für die Umwelt tun.
Billigen Strom zu beziehen und dabei Geld zu sparen, ist also eine Sache, aber den grundsätzlichen Strombedarf bei Ihnen zu Hause einzuschränken, eine andere. Wichtig ist, dass Sie immer Beides im Auge behalten.
