Wireless Strom - Technologie der Zukunft
Die Entwicklung kabelloser Produkte hat ja schon vor Jahren begonnen. Damals hielten kabellose Tastaturen und Mäuse den Einzug in die Computerwelt. Die kabellose Datenübertragung kennt Techniken wie Blue Tooth und neuerdings auch das sog. Wireless LAN, mit dem man ohne Kabel von überall Zugang ins Internet findet.
Dasselbe soll es demnächst auch für die Stromversorgung geben, womit endlich ein wirklich großer Teil des lästigen Kabelsalats zu Hause oder im Büro wegfallen würde.
Ein kleiner Überblick über eine neue Technik
Doch wie soll das Ganze funktionieren? In Japan arbeitet Takao Someya von der University of Tokyo an einer auf Induktion basierenden Folie. Diese kann wahlweise unter Teppichen oder Tapeten angebracht werden. Die Energie wird dann genau an der Stelle, wo das Gerät steht, zur Verfügung gestellt. Wenn nun das Notebook, oder ein anderes mit einer entsprechenden Spule und Ladeeinheit ausgestattetes Gerät, auf dieser Folie plaziert wird, kann es ohne Kabel bis zu 100 Watt Strom ziehen.
Mit dieser Technik kann Strom gespart werden, weil nicht die komplette Fläche der Folie mit Strom versorgt werden muss, sondern wirklich nur die beanspruchte Fläche. Der Erfinder gibt außerdem an, dass diese Technik keinerlei gesundheitliche Schäden mit sich bringt. Was an dieser Technik tatsächlich neu ist, ist die Tatsache, dass sie flächendeckend in allen Räumen verfügbar sein kann. Ähnliche Technologien waren bisher immer nur auf einzelne Geräte beschränkt. Damit diese Form der Technik großflächig und für mehrere Geräte einsetzbar ist, setzt der Erfinder auf flexible Elektronik in Form von zwei aufeinander angebrachten Blättern, von denen das eine die Position des Gerätes erkennt und das andere die Energie gezielt zu den betroffenen Kontakten leitet. Noch ist das „Power Sheet“ aber nicht verlässlich genug, da nach nur wenigen Monaten die organischen Halbleiter und Elektroden durch Sauerstoff und Feuchtigkeit so angegriffen werden, dass sich seine Charakteristik zu schnell und zu sehr ändert.
Laut Schätzung des Erfinders kann es noch bis zu fünf Jahren dauern, bis diese Technik voll ausgereift ist und in allen Lebensbereichen zum Einsatz kommen kann. Beispielsweise als TV-Tray, auf den der Fernseher nur noch drauf gestellt werden muss, um zu funktionieren, und man nicht mehr gucken muss, ob auch genügend Steckdosen vorhanden sind. Allerdings soll die amerikanische Version bereits dieses Jahr auf den Markt kommen, die aber auf einem Kontaktsystem basiert und eben nicht auf energiesparender Induktion.
Eine andere Möglichkeit für kabellosen Strom bietet die Übertragung von Energie durch die Luft. Der Physiker Marin Soljacic und sein Team haben bereits an einer 40 Watt Birne demonstriert, dass ihr Verfahren tatsächlich funktioniert. Mithilfe eines elektromagnetischen Feldes soll es zukünftig auch möglich sein, mobile Endgeräte wie Handys und Notebooks ohne Kabelanschluss mit Energie zu versorgen und die Akkus aufzuladen. Für die Technik „WiTricity“ müssen aber die zu versorgenden Geräte auch wieder mit einer speziellen Technik ausgerüstet sein, um Verbindung zu dem elektromagnetischen Feld aufzunehmen und die Energie nutzen zu können.
Die Frage ist nur, ob alle diese Techniken auch geeignet sind, einen umweltbewußten Umgang mit Energie zu fördern. Aber letztlich hängt dies ja von jedem Einzelnen ab.
